Simulator Harvester

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Forstausbildung durch Harvester-Simulator modernisiert

An der Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Rotholz (Tirol) wird künftig ein Harvester-Simulator fixer Bestandteil des Lehrplans.

Der Harvester-Simulator ist künftig fixer Bestandteil des Lehrplans für ForsttechnikerInnen und ForstfacharbeiterInnen und damit Voraussetzung für das aktive Arbeiten mit realen Maschinen im Gelände.

Mit ihm können sämtliche Arbeitsschritte der vollautomatisierten Holzernte realitätsnah trainiert werden. Arbeitsabläufe lassen sich beliebig oft wiederholen, analysieren und optimieren – ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem direkten Einstieg in die Praxis. Der Simulator sei Teil einer gezielten Weiterentwicklung der Ausbildungsstandards, betont Landesschulinspektor Stephan Prantauer: „Die moderne Forstwirtschaft stellt hohe Anforderungen an Fachkräfte. Mit dem Harvester-Simulator stellen wir sicher, dass die Ausbildung in Rotholz diesen Anforderungen entspricht und laufend weiterentwickelt wird.“ Besonders hob Prantauer die österreichweite Sonderstellung Tirols hervor: „Tirol ist das einzige Bundesland, in dem sowohl Forsttechnikerinnen und -techniker als auch Forstfacharbeiterinnen und -arbeiter ausgebildet werden. Rotholz nimmt dabei eine zentrale Rolle für die moderne Forstausbildung ein.“ 

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Bei der Präsentation des Harvester-Simulators (v. l.): Martin Luxner, LH-Stv. Josef Geisler, Simon Steiner, Georg Astner und Stephan Prantauer.

Technologie erhöht Sicherheit

Ein zentrales Ziel des neuen Simulators ist die Erhöhung der Sicherheit in der Ausbildung. Komplexe und potenziell gefährliche Arbeitssituationen können zunächst virtuell trainiert werden, bevor im realen Gelände gearbeitet wird. Georg Astner, Abteilungsvorstand Forstwirtschaft an der LLA Rotholz und Leiter der Forstlichen Ausbildungsstätte Rotholz, unterstrich den unmittelbaren Mehrwert für den Ausbildungsalltag: „Der Simulator bringt ein hohes Maß an Praxisnähe und ermöglicht es, komplexe Arbeitsabläufe realitätsgetreu zu trainieren und beliebig oft zu wiederholen. Das erhöht die Sicherheit erheblich. Zudem gewinnen die Schülerinnen und Schüler Routine, bevor sie mit echten Maschinen arbeiten.“ Aktuell gibt es insgesamt 130 Auszubildende, davon rund 30 Forsttechniker und rund 100 Forstfacharbeiter.

Investition in Wirtschafts- und Ausbildungsstandort

Forstreferent LH-Stv. Josef Geisler betonte die Bedeutung moderner Ausbildungsinfrastruktur: „Forstarbeit ist Profiarbeit – und dafür braucht es bestens ausgebildete Fachkräfte, die mit modernster Technik umgehen können. Mit dem Harvester-Simulator wird gezielt in moderne Infrastruktur investiert und damit eine Ausbildung am neuesten Stand der Technik geschaffen, womit wir die Qualität der forstlichen Ausbildung nachhaltig stärken.“

Die Gesamtinvestition von rund 110.000 Euro wurde gemeinsam vom Land Tirol, dem Fachverband der gewerblichen Dienstleister der WKO und den gewerblichen Dienstleistern in der Fachgruppe Tirol getragen. Ziel ist es, langfristig qualifizierte Fachkräfte für die Forstwirtschaft auszubilden und dem steigenden Bedarf der Betriebe gerecht zu werden. Martin Luxner, Fachgruppenobmann-Stellvertreter der gewerblichen Dienstleister, Fachgruppe Wirtschaftskammer Tirol, betonte: „Diese Investition zeigt, wie wichtig das Zusammenspiel von Schule, Wirtschaft und Politik ist. Die Betriebe brauchen hervorragend ausgebildete Fachkräfte, und genau hier setzt der Harvester-Simulator an.“