Insgesamt stehen in Summe 1,5 Millionen Euro zur Verfügung und ermöglichen praxisnahe Forschungsprojekte für eine nachhaltige Land-, Forst- und Wasserwirtschaft in den Regionen. Nach der grenzüberschreitenden Ausschreibung im Vorjahr wurden drei Projekte für die Durchführung ausgewählt. Das erste Projekt, das klimafitte Bohnen- und Hirsearten erforscht, startet bereits im Jänner. Im März folgen zwei Projekte mit den Schwerpunkten Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft. Österreichs Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig sagt dazu: „Mit den grenzüberschreitenden Projekten bündeln wir unsere Kräfte in der Forschung für eine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft. Gemeinsam können wir gezielt und praxisnah Themen wie Klimawandel, Versorgungssicherheit oder Kreislaufwirtschaft beforschen und so einen wichtigen Beitrag zu einer positiven ökologischen und ökonomischen Entwicklung in den drei Regionen leisten.“
Mit der Forschungskooperation wollen die drei Alpenregionen, die in der Land- und Forstwirtschaft vor vergleichbaren Herausforderungen stehen, ihre Kräfte bündeln. Im Fokus stehen Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Klimawandelanpassung, Diversifizierung sowie die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten. Ähnliche agrarische Strukturen in den drei Regionen bieten dabei ideale Voraussetzungen für gemeinsame Forschungsansätze und den Transfer von Wissen in die Praxis. Das unterstreicht auch Südtirols Agrar-Landesrat Luis Walcher: „Die Herausforderungen durch den Klimawandel und den steigenden Innovationsdruck in der Landwirtschaft machen nicht an Landesgrenzen halt. Umso wichtiger ist es, dass Bayern, Südtirol und Österreich mit vereinten Kräften in praxisnahe Forschung investieren. Mit der gemeinsamen Finanzierung ausgewählter Projekte setzen wir ein klares Zeichen für eine enge Zusammenarbeit im Alpenraum und für Lösungen, die direkt bei den landwirtschaftlichen Betrieben ankommen.“
Inhaltlich lag der Schwerpunkt der Ausschreibung für die grenzüberschreitenden Projekte auf den zwei zentralen Forschungsthemen zirkuläre Bioökonomie und klimafitte Landwirtschaft. In einem gemeinsamen Auswahlverfahren wurden drei Projekte ausgewählt, die durch ihre hohe Praxisrelevanz, ihre wissenschaftliche Qualität sowie durch die enge Zusammenarbeit von Forschungspartnern aus mindestens zwei der beteiligten Regionen überzeugten:
HirseBohne - Trockenbohnen und Sorghumhirse
Etablierung neuer Kulturen für Kreislauf-Bioökonomie und klimafitte Landwirtschaft in Österreich, Bayern und Südtirol: Durch die Entwicklung angepasster Sorten der Trockenbohne und Sorghumhirse zielt das Projekt darauf ab, in Zeiten des Klimawandels eine erfolgreiche Ernte, Aufbereitung und Verarbeitung in alpinen Regionen zu stärken. Das Projekt startet im Jänner 2026 und die durchführenden Forschungseinrichtungen sind:
- Raumberg-Gumpenstein Research & Development (d. HBLFA Raumberg-Gumpenstein)
- Versuchszentrum Laimburg
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)
KOMY - Anerkennung des Potenzials der Verwertung von Apfeltrester
Ein multidisziplinäres wissenschaftliches Netzwerk, das zirkuläre Strategien zur Umwandlung von Apfeltrester in hochwertige Produkte, Nebenprodukte und Koppelprodukte entwickelt: Durch die Betrachtung von Apfeltrester und dessen Fermentationsnebenprodukte als wertvolle Ressourcen statt als Abfall, fördert KOMY ein neues Modell der Kreislaufwirtschaft für die Agrar- und Lebensmittelindustrie. Das Projekt startet im März 2026 und die durchführenden Forschungseinrichtungen sind:
- Management Center Innsbruck
- Versuchszentrum Laimburg
- Hochschule Weihenstephan
CAP-AB - Kreislaufwirtschaft zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität in Österreich & Bayern
Ziel des Projekts ist die Erarbeitung einer realistischen Einschätzung der Produktivität landwirtschaftlicher Betriebe unter Berücksichtigung von Umweltindikatoren und zusätzlicher Informationen zu Kreislauf- und Bioökonomiepraktiken, innerhalb des Datennetzes für die Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Betriebe (FSDN - FarmSustainabilityDataNetwork) der EU. Das Projekt startet im März 2026 und die durchführenden Forschungseinrichtungen sind:
- BAB Project (d. Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen)
- Technische Universität München
Die ausgewählten Projekte ermöglichen eine stärkere Vernetzung der Forschungseinrichtungen in den drei Ländern. Gleichzeitig sollen die gewonnenen Erkenntnisse konkrete Impulse für Innovationen im Agrar- und Lebensmittelsektor liefern und einen nachhaltigen Mehrwert für die land- und forstwirtschaftliche Praxis schaffen.
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