Österreichische Ackerbaubetriebe müssen zahlreiche Auflagen erfüllen und dokumentieren. Seit 1. Jänner 2026 gilt zusätzlich eine EU-Durchführungsverordnung im Pflanzenschutz. Landwirtinnen und Landwirte dürfen ausschließlich in Österreich zugelassene Pflanzenschutzmittel anwenden. Diese und deren Anwendungsbestimmungen sind im amtlichen Pflanzenschutzmittelregister der BAES einsehbar. Aktuell muss bei Pflanzenschutzanwendungen folgendes aufgezeichnet werden:
der Ort (lagegenaue Feldstücksdaten);
die Kultur, in der das Produkt angewendet wird;
neu: der EPPO-CODE (internationale Abkürzung/Bezeichnung der Kultur);
das Produkt, dessen Registernummer, die Aufwandmenge;
der Zeitpunkt der Ausbringung (Datum);
neu: die Uhrzeit der Ausbringung (bei bienengefährlichen Produkten);
neu: das BBCH-Stadium der Kultur.
Da in Europa laufend Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe ihre Zulassung verlieren und kaum neue Wirkstoffe zugelassen werden, schrumpft die Produktpalette, die den Betrieben zur
Ertragssicherung zur Verfügung steht, stetig. Um die Wirksamkeit weniger Wirkstoffe zu erhalten und Resistenzen von Unkräutern, Krankheiten und Insekten vorzubeugen, werden Wirkstoff-Klassen-Wechsel und ein optimierter Einsatz von Pflanzenschutzmittel dringend empfohlen.
Der LK-Berater für landwirtschaftliche Kultursorten, Andreas Hombauer, präsentierte in Lackendorf Erkenntnisse aus den LK-Sortenversuchen 2025 hinsichtlich Ertrags- und Qualitätssituation. Hombauer verwies auf die Ergebnisse in den Regionen und brachte sie mit den gefallenen Niederschlägen in den Bezirken in Zusammenhang. Dabei wird deutlich, dass kleinräumige Unterschiede in der Niederschlagsmenge und Verteilung wesentliche Ertragsunterschiede nach sich ziehen.
Kreisläufe schließen mit dem Cultan-Verfahren
Claudia Winkovitsch, LK-Beraterin für Boden und Düngung, stellte das Verfahren der Cultan-Düngung vor. Dieses ermöglicht eine Depotdüngung von Ammoniumflüssigdünger mittels Injektor. Dadurch können Stickstoffverluste in die Atmosphäre und in das Grundwasser reduziert und damit die Effizienz der N-Düngungsmaßnahmen erhöht werden. Die Pflanzen reagieren auf diese Art der Düngung demnach mit einem intensiveren Wurzelwachstum und ausgeglichenem Sprosswachstum. Dies erhöht die Trockentoleranz der Kulturen. Die ammoniumbetonte N-Versorgung führt zu geringerer Krankheits- und Schädlingsanfälligkeit, was eine Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes ermöglicht.
Ein weiterer Vorteil dieses Düngungsverfahrens wäre das Potenzial, das Düngemittel regional (dezentral) in den Kläranlagen zu gewinnen. Im sogenannten „Stripping-Verfahren“ könnte in Kläranlagen der im Klärwasser enthaltene Stickstoff in einer Ammoniumsulfatlösung gebunden und als Düngemittel genutzt werden. Dadurch würde sich ein großer Schritt Richtung Kreislaufwirtschaft und Einsparungen im CO2-Ausstoß ergeben.
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