Im Winter ruht die Natur und damit auch ein Teil der bäuerlichen Arbeit. Das bringt Zeit für einen Blick auf das vergangene Jahr – wenngleich es dann mit der Ruhe rasch wieder vorbei sein kann, zumindest mit der innerlichen. Turbulente Agrar- und Betriebsmittelmärkte forderten auch 2025 die heimischen Bäuerinnen und Bauern, wenngleich es in Teilbereichen auch positive Entwicklungen zu vermelden gibt. So profitierte etwa der Biobereich von knappen Lagerbeständen und erzielte überdurchschnittliche Ergebnisse, wie im Jahresrückblick der Landwirtschaftskammer Oberösterreich betont wird.
Am Getreidemarkt steht das Jahr 2025 für eine globale Überproduktion. Das brachte die sehr guten Erträge in Österreich und Oberösterreich unter Druck. Aus heutiger Sicht werden steigende Preise frühestens für Mitte 2026 erwartet. Insgesamt war die wirtschaftliche Situation für Ackerbauern stark von witterungsbedingten Ertragsunterschieden und internationalen Markttrends abhängig.
Der Düngermarkt war im abgelaufenen Jahr von starken Preisschwankungen geprägt. Die Einführung des CO2-Grenzausgleichsmechanismus ab 2026 wirft bereits ihre Schatten voraus und wird die Kosten weiter erhöhen.
Heimische Tierhalter waren 2025 mit Seuchenproblemen wie Maul- und Klauenseuche in Nachbarländern, Blauzungenkrankheit und Vogelgrippe konfrontiert. Die Rindermärkte profitierten von hoher Nachfrage im In- und Ausland, preislich entstand ein erfreuliches Niveau.
Im Schweinesektor blieb die Lage angespannt. Die Entscheidung zum Ausstieg aus unstrukturierten Vollspaltenböden bringt aber zumindest klarere Perspektiven.
Die Milchproduktion zeigte sich weitgehend stabil, gegen Jahresende wurde nun aber erheblicher Preisdruck spürbar.
Geflügel und Eier waren stark nachgefragt, was zu einem Ausbau der Produktionskapazitäten führte. Der Bedarf bleibe weiterhin hoch, heißt es seitens der Landwirtschaftskammer.
Der Holzmarkt zeigte sich 2025 robust: Fichtensägerundholz war stark nachgefragt, die Preise stiegen im Jahresverlauf spürbar. Die Abfuhr von Industrieholz verlief reibungslos, die Lage am Energieholzmarkt entspannte sich allmählich.
"Das Agrarjahr 2025 war geprägt von intensiven politischen Verhandlungen und Weichenstellungen."
Franz Waldenberger
Präsident LK Oberösterreich
Zahlreiche Diskussionen auf allen Ebenen
Zu den meistdiskutierten Themen des Jahres gehörte die EU-Entwaldungsverordnung. Besonders im Fokus stand auch das geplante Handels- und Partnerschaftsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten, dessen endgültiger Abschluss nun weiterhin aussteht.
Zur Regulierung von Wildtierbeständen wurde der Schutzstatus des Wolfs herabgesetzt und damit ein entscheidender Schritt seitens der EU gemacht. In Oberösterreich wurde auch die lang geforderte Biber-Verordnung in Kraft gesetzt. Häufig diskutiert wurden hierzulande auch die Lebensmittelpreise, die Debatte erfasste die ganz Gesellschaft. WIFO-Analysen belegen aber klar: Die Landwirtschaft ist nicht der Preistreiber, sondern steht am Beginn der Wertschöpfungskette unter massivem wirtschaftlichen Druck.
„Das Agrarjahr 2025 war geprägt von intensiven politischen Verhandlungen, wichtigen Weichenstellungen und einer Vielzahl an Herausforderungen, die unsere bäuerlichen Familienbetriebe mit großem Engagement gemeistert haben“, so LK-Präsident Franz Waldenberger. Er betont auch, dass das geschlossene Auftreten aller Vertreter der Bauernschaft ein aktives Mitgestalten der Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft ermögliche.
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