Internationale Krisen machen deutlich, wie fragil moderne Infrastruktur sein kann. Der großflächige Stromausfall nach einem Anschlag in Berlin hat zuletzt gezeigt, wie rasch ganze Städte an ihre Grenzen stoßen. Niederösterreich ziehe daraus klare Konsequenzen und setze seit Jahren auf gezielte Blackout-Vorsorge. Bei einem Mediengespräch informierten LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner und sein Stellvertreter Martin Boyer über die umfangreichen Maßnahmen. „Wir wollen das Leben wieder leichter machen. Dazu gehört auch das gute Gefühl, in einer sicheren Heimat zu leben“, betonte Pernkopf. Sicherheit sei kein Zufall, sondern das Ergebnis langfristiger Vorbereitung, von der Energieversorgung über Einsatzorganisationen bis in die Gemeinden.
Kommunikation auch ohne Strom
Ein zentrales Element der Vorsorge ist eine verlässliche Kommunikation. Während Österreichs Stromnetz grundsätzlich robuster aufgebaut ist als jenes mancher Metropolen, sind Ausfälle nie ganz auszuschließen. Deshalb setzt Niederösterreich auf redundante Systeme: „Der Digitalfunk wird aktuell blackoutsicherer gemacht, 120 Notstromaggregate werden dafür angeschafft und ausgerollt“, so der Landesvize. Zusätzlich entsteht ein eigener Richtfunk entlang der Achse Wien-Tulln-St. Pölten. Auch das Pagernetz zur Alarmierung wird ausgebaut.150 neue Sender sollen bis zum ersten Halbjahr 2026 in Betrieb gehen.
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Stephan Pernkopf mit Feuerwehrführung Martin Boyer und Dietmar Fahrafellner
Autark für den Ernstfall
Ebenso entscheidend ist die Energieversorgung kritischer Infrastruktur. Rund 400 Notstromaggregate wurden mit Unterstützung des Landes und der Freiwilligen Feuerwehren in Feuerwehrhäusern installiert. Landeskliniken, Straßenmeistereien sowie Wasserver- und -entsorgung sind flächendeckend abgesichert, letztere mit insgesamt 260 Aggregaten. Gleichzeitig wurde Bürokratie abgebaut: Private Notstromaggregate sind nicht mehr genehmigungspflichtig. „So können Betriebe und Haushalte rasch und unkompliziert vorsorgen“, so Pernkopf.
Die Feuerwehr setzt zusätzlich auf leistungsstarke Großstromaggregate bis zu 500 Kilovoltampere, Tankstellen in allen Bezirken sowie eigene Tanklastzüge. „Ein Blackout bedeutet für uns keinen Stillstand, sondern eine enorme Herausfor-derung“, erklärte Fahrafellner. Erfahrungen aus Einsätzen, etwa in Slowenien oder im Waldviertel, hätten gezeigt, dass eine gute Vorbereitung über die Einsatzfähigkeit entscheidet.
Gemeinden sorgen vor
Ein weiterer Pfeiler sind die Katastrophenschutzpläne der Gemeinden. Alle 573 Gemeinden verfügen über solche Pläne, rund 300 sind bereits speziell auf Blackout-Szenarien vorbereitet. Bis Ende des Jahres sollen es alle sein. Die Pläne regeln Zuständigkeiten, medizinische Versorgung, Trinkwasser und Betreuung. Abschließend appellierten Land und Feuerwehr an die Bevölkerung: „Eigenvorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Verantwortung.“ Gut vorbereitete Haushalte entlasten Einsatzkräfte und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
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