Eine Bühne für Regionalität

Porträt Judith Straif

Copyright © BauernZeitung

In Kitzbühel steht die fünfte Jahreszeit vor der Tür: Das Hahnenkammrennen geht in die 86. Auflage. Die Tiroler Bauernprodukte GmbH beliefert den Kitz Race Club heuer in zweiter Auflage mit heimischen Lebensmitteln – und das ist mehr als eine nette Randnotiz. Denn während in Kitzbühel Spitzenleistungen gefeiert werden, hat sich auf politischer Ebene die Welt gedreht. Das Mercosur-Abkommen ist beschlossen. Agrarimporte aus Übersee werden den Druck auf die europäische und besonders auf die kleinstrukturierte Tiroler Landwirtschaft weiter erhöhen. Umso entscheidender wird die Frage, wo wir ganz konkret gegensteuern können. Großveranstaltungen sind dafür ein Hebel mit enormer Symbolkraft. Wenn bei Events mit internationaler Bekanntheit unzählige Teller gefüllt werden, geht es nicht nur um Logistik und Preis, sondern um Haltung. Österreichische Lebensmittel stehen für Qualität, kurze Wege, hohe Standards bei Tierwohl und Umwelt. Wer sie einsetzt, übernimmt Verantwortung für die eigene Region – und sendet ein klares Signal in Zeiten globalisierter Märkte. Natürlich muss Regionalität liefern: in Menge, Verlässlichkeit und Qualität. Genau deshalb ist es bemerkenswert, dass heimische Produzenten sich in Kitzbühel im beinharten Eventgeschäft behaupten. Das gelingt nur mit Professionalität, Ausdauer und Kooperation. Gerade jetzt sollte gelten: Wenn wir unsere Landwirtschaft erhalten wollen, dürfen wir sie nicht nur in Sonntagsreden verteidigen. Dann müssen auf den größten Bühnen des Landes auch heimische Lebensmittel auf den Teller kommen – sichtbar, selbstbewusst und ohne Ausrede.