Dass der Bauernbund ob der globaler werdenden Handelsströme seine Forderung nach einer Herkunftskennzeichnung in der Gastro erneuerte, ist zu begrüßen. Nicht zuletzt wegen der nach wie vor absehbaren Öffnung der Märkte in Richtung Mercosur. Zumindest als fragwürdig könnte man hingegen die Reaktion der Österreichischen Hotelvereinigung darauf bezeichnen. Deren Präsident, Walter Veit, sieht in einer Kennzeichnungspflicht eine „unzumutbare“ Aufgabe für seine Mitglieder, die ohnehin schon Allergene in ihren Speisekarten anführen müssten. Veit spricht von Planwirtschaft, vergleicht den Vorschlag der Bauernbündler mit Ideen der DDR. Landwirtschaftliche Betriebe, die „hochqualitative Bioprodukte“ erzeugen würden, machen bereits jetzt „großartige Geschäfte“ mit den Hoteliers im Land, meint Veit in einer fast schon nach US-Präsident Donald Trump anmutenden Rhetorik.
Eines liegt auf der Hand: Mehr Bürokratie sollte niemals Ziel einer politischen Maßnahme sein. Zugleich müsste aber auch für die Gastronomie – ja, auch für die Hotels von Ischgl bis Wien – längst der Grundsatz „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ gelten. Für die Landwirtschaft ist das bereits der Fall, wie jeder Praktiker ob der Fülle an Dokumentationspflichten weiß. Insofern wäre für die Mitglieder der Hotelvereinigung, vor allem aber für Präsident Veit, ein Besuch beim Bauern ums Eck ratsam. Im persönlichen Gespräch könnte man sicher den einen oder anderen Tipp für effiziente Aufzeichnungsführung mitnehmen. Die Hemmschwelle dürfte niedrig sein. Man kennt sich schließlich von „großartigen Geschäften“.
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