Innehalten statt Meckern

Portrait Johannes Stift

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Wissen wir in Österreich eigentlich noch, was Weihnachten bedeutet? Für viele ist es längst nur noch ein Mix aus Geschenken, Konsum und ein paar willkommenen freien Tagen. Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu Christi. Dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung nicht katholisch ist, lässt die Frage zu, wie zeitgemäß religiöse Feiertage für die Allgemeinheit noch sind. Schließlich gibt es zu den Hochfesten der anderen Konfessionen auch keine arbeitsfreien Tage.

Doch vielleicht greift diese Debatte zu kurz. Weihnachten ist längst mehr als ein kirchlicher Feiertag: Es ist ein kultureller Fixpunkt, ein Moment des Innehaltens in einer sonst hektischen Gesellschaft. Eine Gelegenheit, kurz durchzuatmen und sich auf das Wesentliche zu besinnen. Gerade solche Pausen steigern die Zufriedenheit, weil sie es erlauben, dem Dauerstress zu entkommen und den Blick auf das zu richten, was wirklich zählt.

Vielleicht sollten wir die Zusammenkünfte der kommenden Tage weniger zum hitzig Debattieren und mehr zum Nachdenken nutzen. Uns geht es in Österreich insgesamt gut. Statt ständig zu meckern, reflexhaft Schuldige zu suchen, auf „die Politik“ zu zeigen und alles schlechtzureden, könnten wir öfter das Positive in den Vordergrund rücken, dankbar sein und Hoffnung bewahren. Wer das schafft, tut nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern stärkt auch sein Umfeld und beweist, dass Besinnung mehr ist als ein leeres Schlagwort.