Zwei LKW werden von einem Schiff aus mit Zuckersäcken beladen

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EU zieht die Reißleine am Zuckermarkt: Importzölle geplant

EU-Agrarkommissar Christophe Hansen hat am Montag Maßnahmen gegen die schwächelnden Preise für Zucker angekündigt. So will er die angeschlagene Branche unterstützen.

Die Europäische Union reagiert auf den Preisverfall am Zuckermarkt und setzt ein klares Zeichen für die europäischen Zuckerrübenbauern. EU-Agrarkommissar Christophe Hansen kündigte auf der Social-Media-Plattform X an, das System der zollfreien Zuckerimporte vorübergehend auszusetzen. Ziel sei es, den Markt zu stabilisieren und europäische Produzenten vor weiterem Preisdruck zu schützen.

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Per Posting in den sozialen Medien machte der Agrarkommissar seine Pläne publik.

Konkret geht es um das sogenannte „Inward Processing Regime“, das bislang erlaubte, Zucker ohne Zölle in die EU einzuführen, sofern dieser weiterverarbeitet und anschließend wieder exportiert wird. Was ursprünglich als technisches Handelsinstrument gedacht war, entwickelte sich zunehmend zu einem Einfallstor für billige Importe. Die Folge waren ein Überangebot am Markt und Preise, die für viele Betriebe nicht mehr kostendeckend waren.

Lob in Brüssel und Österreich

Der EU-Parlamentarier Alexander Bernhuber begrüßt den Schritt ausdrücklich: „Der europäische Zuckermarkt braucht wieder klare und faire Regeln. Die immer höher ausfallenden zollfreien Importe und hohe Anbaumengen in der EU haben den Markt verzerrt und die Preise massiv unter Druck gesetzt. Mit diesem Schritt sendet die EU ein starkes Signal: Wer in Europa produziert, nach hohen Standards arbeitet und zur Versorgungssicherheit beiträgt, muss am Binnenmarkt auch faire Chancen haben.“

Wer in Europa produziert, muss am Binnenmarkt auch faire Chancen haben.

Alexander Bernhuber

EU-Abgeordneter

Auch in Österreich wird die Entscheidung begrüßt. Lorenz Mayr, Vizepräsident der LK Niederösterreich, bringt es auf den Punkt: „Die Preise waren schlicht nicht mehr tragbar. Dass diese Importlücke jetzt geschlossen wird, ist entscheidend für unsere Betriebe. Entweder man setzt auf EU-Zucker, oder man zahlt Zoll.“

Auch auf Ebene der Produzenten erntet Hansen klare Unterstützung. Der europäische Zuckerrübenanbauverband (Cibe) stellte sich umgehend hinter den Vorschlag des Kommissars und bedankte sich ausdrücklich für das rasche Handeln. Die Aussetzung des Importregimes sei notwendig, um den Markt zu beruhigen und den Betrieben wieder Luft zum Atmen zu verschaffen.

In den kommenden Tagen wird Insidern zufolge mit der konkreten Umsetzung der Maßnahme gerechnet. Die Europäische Kommission werde dann alle Details zur Ausgestaltung und Dauer der Aussetzung bekannt geben.