Trotz kaum spürbarer Dynamik in der Konjunktur und einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von lediglich einem Prozent im kommenden Jahr konnten die Nadelsägerundholzpreise im Dezember erneut zulegen. „Die Nachfrage nach Nadelsägerundholz ist angesichts des derzeit noch immer eher geringen Angebots ungebrochen rege“, teilen die Forstexperten der LK Österreich diesbezüglich mit.
Plus bei Fichte, Tanne, Kiefer und Lärche
Die Preise konnten demnach weiter zulegen und auch schlechtere Qualitäten seien zu verhältnismäßig guten Preisen vermarktbar. Das Leitsortiment Fichte-Tanne (Kl. A, B, C 2b) erlöst im Bundesmittel derzeit frei Straße 124,56 Euro pro Festmeter, erneut 2 Euro mehr als im Vormonat. Damit wurde das bisherige Rekordniveau aus dem Frühsommer 2022 endgültig überschritten. Höchstpreise von bis zu 133 Euro zahlen Säger in Salzburg, gefolgt von Berufskollegen in Oberösterreich und der Steiermark (bis zu 130 Euro). In letzteren Bundesländern wurden zuletzt Zuwächse verzeichnet, ebenso in Kärnten. In Niederösterreich blieb der Holzpreis mit durchschnittlich 122,50 Euro stabil.
„Im Sog der Fichte ist bei Kiefer auch eine weitere Nachfrage- und gegenüber dem Vorjahr auch deutliche Preissteigerung zu bemerken“, informieren die LK-Analysten außerdem. Konkret verzeichnete Kiefer (Kl. A, B, C 2a+) im Dezember nochmals ein Plus von 2 Euro. Der Bundesdurchschnitt beträgt gut 87 Euro pro Festmeter. Überzahlungen auf bis zu 95 Euro werden aus Ober- und Niederösterreich gemeldet. Auch Lärche konnte sich preislich in einigen Regionen nochmals verbessern. Im Mittel sind 155,79 Euro pro Festmeter möglich. „Der Holzhunger führt dazu, dass einzelne Sägewerke bei Schwachblochen einen geringeren Mindestzopfdurchmesser als üblich akzeptieren“, heißt es aus der LK. Ernte- und Frachtkapazitäten seien ausreichend vorhanden, bereitgestellte Sortimente würden rasch abtransportiert. „Aufgrund der geringen Rundholzlager werden bei einigen Werken die Revisionsstillstände über die Feiertage länger ausfallen, wobei die Übernahme in den meisten Fällen geöffnet bleibt“, teilt man außerdem mit.
Sparkasse oder Risikoanlage?
Die BauernZeitung hat bei Markus Schmölzer, dem Vorsitzenden der Sägeindustrie Österreich, nachgefragt, woher die plötzliche Nachfrageexplosion nach Blochholz rührt. Seine Antwort: Die Sägeindustrie habe in den vergangenen Jahren ihre Kapazitäten deutlich erhöht. „Das sorgt für eine höhere Rohstoffnachfrage. Dazu blieb das Schadholzaufkommen 2025 geringer als in den Jahren zuvor. Diese fehlenden Erntemengen führen zu teilweise kalkulatorisch nicht mehr nachvollziehbaren Einkaufspreisen.“ Wie lange sich das Preisniveau halten werde, vermag der Divisionsleiter von Hasslacher Norica Timber allerdings nicht abzuschätzen: „Die Zahlungsbereitschaft und -fähigkeit der Sägeindustrie hängt auch davon ab, was wir für unsere Produkte erlösen können.“ Heißt im Klartext: „Wenn die europäische Bauwirtschaft weiterhin stagniert, kann das aktuelle Preisniveau wohl nicht mehr lang gehalten werden.“ Den Waldbauern als Bereitstellern des Rohstoffs rät er entsprechend, Jahre wie heuer ohne große Kalamitätsereignisse für den Waldumbau und die Ernte zu nutzen. „Was früher mal die Sparkasse der Waldbesitzer war, ist heute eine Risikoanlage.“
Gebremst wird der Appell zum Einschlag witterungsbedingt von den LK-Forstexperten. „Der nasse Untergrund sorgt für Herausforderungen bei Ernte, Rückung und Transport.“ Bleibt also zu hoffen, dass sich rasch Winterwetter mit Bodenfrost einstellt. Dann steht einer lukrativen Nutzung wohl nichts mehr im Wege. Schmölzer, der für rund 1.000 Säger im Land spricht, würde das wohl freuen: „Die Sägeindustrie kann und will jeden sägefähigen Stamm verarbeiten.“ Wohl auch, weil auch Importware heuer mehr als knapp zu sein scheint.
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