Just vor dem zweiten Adventwochenende dürften die Medienberichte zur „Pestizidanwendung“ in Österreich vielen Bauern die Sprache verschlagen haben. Eine vermeintlich neue Statistik einer NGO – berechnet im Auftrag der Grünen – sollte belegen, wie viele Pflanzenschutzmittel hierzulande pro Hektar ausgebracht werden. Um ein Fünftel mehr als noch 2010 soll im Vorjahr gespritzt worden sein. Der Trend gehe somit „in eine gegensätzliche Richtung, die man sich als umweltbewusster Mensch wünscht“, beteuerte Umweltmediziner Hans-Peter Hutter im Gespräch mit Ö1. Unterton aller Beiträge: Die Bauern vergiften die Bevölkerung im Land, die Behörden schauen zu.
Dass das freilich so nicht stimmt, liegt für Branchenkenner auf der Hand. LK-Niederösterreich-Vizepräsident Lorenz Mayr rückte den Pflanzenschutz in den sozialen Medien wieder ins rechte Licht. Die Daten zur Inverkehrbringung sind nämlich sehr wohl verfügbar, von den schlagspezifischen Dokumentationspflichten kann jeder Bauer – gleich ob Bio oder konventionell – ein Lied singen. Auch der proklamierte Anstieg chemisch-synthetischer Mittel erweist sich als Mär. Vor allem dann, wenn man die erst seit 2016 statistisch berücksichtigten Aufwandmengen von CO2 in der Lagerhaltung außen vor lässt. Dieselbe Resonanz wie die NGO-Meldung erhielt Mayrs Beitrag in Funk und Fernsehen freilich nicht. Passt wohl nicht in das Weltbild jener, deren pflanzenbauliche Kenntnisse sich ausschließlich auf das eigene Hochbeet begrenzen. Für Bauern ist jedenfalls klar: Das einzige was in diesen Tagen vergiftet ist, ist die vorweihnachtliche Stimmung am Hof.
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