Monsignore Dr. Franz Kolb

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Msgr. Dr. Franz Kolb: Verfechter des geeinten Tirols

Ein bewährter und unermüdlicher Kämpfer für Tirols Freiheit, als „Kaplan des Landes Tirol“ bekannt, kam vor 140 Jahren zur Welt: Monsignore Dr. Franz Kolb.

Der am 12. Jänner 1886 in Außernavis als ältestes von sieben Kindern geborene Franz Kolb besuchte das Vinzentinum in Brixen, maturierte dort 1905 mit Auszeichnung, ging in das Priesterseminar und erhielt 1909 aus der Hand von Fürstbischof Joseph Altenweisel das Sakrament der Priesterweihe. 1921 wurde der Doktor der Philosophie als Geschichtsprofessor an das Vinzentinum nach Brixen berufen, aber 1923 von den Faschisten ausgewiesen. diese kurze Zeit italienischer Herrschaft, die er miterleben musste, genügte, um in dem kernigen Tiroler die Liebe und das Mitgefühl für das große Leid der Südtiroler noch zu verstärken. Nach seiner Ausweisung aus Südtirol wurde Kolb Verbandspräses der katholischen Arbeitervereine, die unter seiner Leitung von 1500 auf 5000 Mitglieder stiegen. Gleichzeitig wurde er Regens des Sieberischen Waisenhauses in Innsbruck.

1927 entsandten ihn die katholischen Arbeiter und Angestellten als Abgeordneten in den Nationalrat nach Wien, dem er sechs Jahre angehörte und dabei das Referat Sozialpolitik innehatte. Der äußere Höhepunkt seiner parlamentarischen Tätigkeit war Kolbs Südtirolrede 1928, die in Tirols Geschichte einging. Maßvoll in der Form – Kolb war und blieb immer  Priester – geißelte er mit unwiderlegbaren Daten die Unterdrückung der Südtiroler durch die Italiener. Diese Rede erregte großes Aufsehen und machte starken Eindruck.

Zu seinem 70. Geburtstag wurde Monsignore Dr. Kolb als erstem das „Ehrenzeichen des Landes Tirol“ verliehen. Der Tiroler Bauernbund ehrte ihn mit dem „Ehrenzeichen in Gold“. Am 4. September 1959 verstarb Monsignore Dr. Franz Kolb in Innsbruck, beerdigt wurde er in Matrei am Brenner. Südtirol nahm von ihm durch seinen Vertreter Assessor Hans Mayr mit den Worten Abschied: “Südtirol trauert um Dich! Südtirol betet heute den Rosenkranz für Dich! Doch Monsignore Kolb wird beim göttlichen Bundesherren ein guter Anwalt Südtirols sein. Seine Liebe kann nie sterben und nie begraben werden.“