Frost macht im Maisanbau nicht nur im Frühling, sondern, je nach Reifestadium, auch im Herbst Probleme.

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Mais 2026: Nach der Ernte ist vor der Saat

Das Maisjahr 2025 brachte regional unterschiedliche Bedingungen. Welche Schlüsse sich daraus für die kommende Saison hinsichtlich Sortenwahl und Kulturführung ziehen lassen.

Schnelles Wachstum in der Jugendphase und ausreichend Regen zur Blüte bescherten 2025 vielerorts passable Maiserträge. In einigen Regionen konnten Landwirte sogar neue Rekorde einfahren. Dennoch galt es, zwei Herausforderungen zu meistern. Zum einen war in manchen Anbaugebieten ein verstärktes Auftreten von Kolbenfäule zu beobachten. Zum anderen führten frühe, kalte Nächte zu einem vorzeitigen Absterben der Pflanzen, was einen Drusch bei höheren Kornfeuchten notwendig machte.

Kolbenverpilzungen wieder häufiger

Nasses Wetter zur Blüte wirkt sich zwar positiv auf die Maiserträge aus, schafft aber auch optimale Bedingungen für den Fusariumpilz. Dieser ist dann in der Lage, über die Narbenfäden in den Maiskolben einzudringen und diesen zu befallen. Wichtig ist aber auch die Witterung in den Monaten nach der Blüte. Längere Perioden mit hoher Luftfeuchtigkeit im Spätsommer und Herbst können zu einer starken Ausbreitung des Pilzes in der Maisspindel führen. Ein Befall der Maiskörner ist oft die Folge. Fusariumpilze können verschiedene Pilzgifte produzieren, die als Mykotoxine bezeichnet werden. Passen die Witterungsbedingungen, können sie bereits am Feld das Erntegut infizieren. In Österreich hat das „Leitmykotoxin“ Deoxynivalenol (DON) die größte Bedeutung. Andere Mykotoxine spielen eine eher untergeordnete Rolle. Die Witterung des Jahres 2025 war für das Wachstum des Fusariumpilzes um einiges günstiger als in den trockeneren Jahren zuvor.

Früher Frost im Oktober

Der Oktober 2025 war in Österreich kühl und trüb. Bereits in den ersten Tagen des Monats strömte Kaltluft aus dem Norden ein, wodurch die Nachttemperaturen in einigen Regionen unter den Gefrierpunkt sanken. Solche frühen Wintereinbrüche sind in Niederösterreich nicht ungewöhnlich – sie treten statistisch gesehen alle zwei bis drei Jahre auf. Sie stellen aber für den Maisanbau eine kritische Situation dar.

Die Auswirkungen des Frosts hängen stark vom Reifegrad der Maispflanzen ab. Solange nur die oberen Blätter geschädigt sind und die Blätter um den Kolben intakt bleiben, kann die Pflanze weiter Photosynthese betreiben. Ist die gesamte Pflanze durchgefroren, wird der Stoffwechsel sofort eingestellt. Die Pflanze stirbt ab. Je reifer der Mais beim Frosteintritt ist, desto geringer fallen die Ertragseinbußen aus. Frostgeschädigte Blätter wirken anfangs wässrig und durchscheinend, da die Zellmembranen zerstört sind. In der Folge trocknen sie aus und verfärben sich braun. Nach einem Frost sollte die Ernte zeitnah erfolgen, da die Pflanzen anfälliger für Stängelbruch und Kolbenfäule werden. Der frühe Frost könnte auch eine Erklärung für erhöhte DON-Werte an einzelnen Standorten sein. Da der Oktober 2025 einer der trübsten seit 2020 war, trockneten die Maiskörner nur sehr langsam ab. Landwirte mussten beim Verkauf von Körnermais hohe Kornfeuchten in Kauf nehmen, was mit entsprechend erhöhten Trocknungskosten verbunden war.

Der Maiswurzelbohrer war 2025 kein großes Problem. Da der Käfer seine Eier vorwiegend in bestehende Maisfelder legt, können diese Larven nur überleben, wenn im darauffolgenden Jahr erneut Mais auf derselben Fläche angebaut wird. Aus diesem Grund stellt die konsequente Einhaltung der Fruchtfolge – also der Verzicht auf Mais-nach-Mais-Anbau – die wirksamste Methode dar, um Schäden zu verhindern. Um dies sicherzustellen, schreibt die niederösterreichische Pflanzengesundheitsverordnung vor, dass Mais auf derselben Fläche maximal drei Jahre hintereinander angebaut werden darf. Die tatsächliche Entwicklung des Schädlings hängt maßgeblich von der regionalen Maisdichte ab, weshalb sich der Käfer besonders im Westbahngebiet etabliert hat.

Kaum Schäden durch Maiswurzelbohrer

Das Schadensausmaß wird zudem stark von den Witterungsbedingungen beeinflusst. Insbesondere die Niederschlagsmenge bis etwa Mitte Juli ist entscheidend. In den letzten Jahren war die Niederschlagsverteilung für den Mais meist günstig. So war es auch 2025. Dank der ausreichenden Niederschläge konnten die Maispflanzen die abgefressenen Wurzeln gut kompensieren. Somit waren in Niederösterreich fast keine Schäden durch Larvenfraß des Maiswurzelbohrers zu beobachten. Sollte heuer jedoch eine ausgeprägte Trockenperiode auftreten, ist mit einem Anstieg der Schäden durch umfallende Pflanzen zu rechnen.

Neues Beizmittel für Mais

Zur Bekämpfung von Drahtwürmern und Erdraupen steht Landwirten ab dem Maisanbau 2026 das neue Beizmittel Fortenza zur Verfügung. Dieses Produkt enthält den Wirkstoff Cyantraniliprole, welcher auch im bereits bekannten Produkt Lumiposa 625 FS enthalten ist. Es wird zudem eine gewisse Wirkung gegen die Fritfliege erwartet. Da eine nachträgliche Beizung mit Fortenza nicht möglich ist, müssen Landwirte entsprechend behandeltes Saatgut bestellen. Bei der Anwendung ist unbedingt zu beachten, dass Fortenza auf derselben Fläche nur alle drei Jahre ausgebracht werden darf. Insektizide Maissaatgutbeizen dürfen nur mit pneumatischen Sämaschinen mit staubabdriftmindernder Technik (=Abluftführung) ausgesät werden. Mechanische Maissägeräte können wie bisher verwendet werden.

Neue Sorten und Empfehlungen

2025 stand wieder eine Vielzahl neuer Maissorten zur Zulassung an. Ende Dezember fiel dafür die finale Entscheidung. Von einigen sehr aussichtsreichen Sorten stehen bereits entsprechende Saatgutmengen für den kommenden Frühjahrsanbau zur Verfügung.

  • Artego (270, RAGT): Hartmais, lang, geringe Lagerneigung, sehr gesund (auch gegen Kolbenfäule), überzeugend bei den LK-Versuchen im Alpenvorland (auch als Silomais).

  • P92440 (350, PIO): Stand- und bruchfester Zahnmais, trockenheitstolerant, mittlere Gesundheit, sehr ertragsstark im Trocken- und Feuchtgebiet.

  • DKC4451-Aloisio (370, SB): Sehr stand- und bruchfester Zahnmais, langsame Blattabreife, alle Anbaugebiete, überzeugend beim LK-Versuch in Diendorf bei St. Pölten.

  • P95287 (380, PIO): Kurzer, bruchfester Zahnmais, langsame Blattabreife, mittlere Gesundheit, sehr ertragsstark im Trocken- und Feuchtgebiet.

  • DKC4952 (410, RWA): Sehr ertragsstarker Körnermais, geringe Neigung zu Lager und Stängelbruch, langsame Blattabreife, sehr ertragsstark bei den LK-Versuchen in Bullendorf und Bruck an der Leitha, knappe Saatgutverfügbarkeit.

Die LK Niederösterreich prüft neue aber auch bewährte Maissorten unter Praxisbedingungen. Für den Maisanbau werden nur Sorten empfohlen, die mehrjährig ihr hohes Leistungsniveau in den Versuchen in Österreich unter Beweis gestellt haben. Aus den vorliegenden Daten kann die LK Niederösterreich folgende Empfehlung geben (NEU: Sorte wurde wahrscheinlich im Dezember in Österreich zugelassen; EU: Sorte wurde nicht in Österreich, sondern in einem anderen EU-Land zugelassen):

  • Für Körnermais der frühen Reifegruppe (bis 250): Academo, DKC2990-Abaldo, DKC3012-DieSerena, KWS Amarola, ES Yakari und P7737.

  • An mittelfrühreifenden Körnermaissorten (260 bis 300) haben sich bewährt: Artego (NEU), Cabalio, DKC3346-Amigo, Finegan, KWS Kaduro und P83462.

  • In der mittelspätreifen Gruppe (310 bis 350) eignen sich Auxkar, DKC3805-Adorno, Oklahoma, P89669 und P92440 (NEU) zum Drusch.

  • Unter den spätreifen Sorten (360 bis 400) werden als Körnermais empfohlen: DKC4451-Aloisio (NEU), DKC4320-DieSelma, DKC4646-DieSaphira, P9610, P95287 (NEU) und Prexxton.

  • Unter den sehr spätreifenden Sorten (ab 410) sind es BRV2309D, DKC4952 (NEU), Indem 1012-BRV1012D, DKC5148-Astronauto, KWS Hypolito, P00214 und RGT Alexx.

Als Silomais bewährten sich in den LK-Versuchen:

  • In der früh- und mittelfrühreifenden Gruppe (bis 300) die Sorten Atlantico, Artego (NEU), KWS Monumento (EU), LG31271 (EU), RGT Paxxifone (EU), SY Colloseum und MAS 250.F (EU).

  • An mittel- und spätreifenden Sorten (310 bis 400) erwiesen sich Foxway, Serafino (EU), Honoreen (EU), P9610, P9967 (EU) als geeignet.

  • Als spätreifende Silomaissorten (ab 410) taten sich hervor: Indem 1012-BRV1012D, DKC5148-Astronauto, KWS Inteligens (EU), P0725 (EU), RGT Alexx und SY Solandri.

Sortenempfehlung der LK Niederösterreich

Körnermais:

Früh (bis 250): Academo, DKC2990-Abaldo, DKC3012-DieSerena, KWS Amarola, ES Yakari, P7737

Mittelfrüh (260 bis 300): Artego (NEU), Cabalio, DKC3346-Amigo, Finegan, KWS Kaduro, P83462

Mittelspät (310 bis 350): Auxkar, DKC3805-Adorno, Oklahoma, P89669, P92440 (NEU)

Spät (360 bis 400): DKC4451-Aloisio (NEU), DKC4320-DieSelma, DKC4646-DieSaphira, P9610, P95287 (NEU), Prexxton

Sehr spätreif (ab 410): BRV2309D, DKC4952 (NEU), Indem 1012-BRV1012D, DKC5148-Astronauto, KWS Hypolito, P00214, RGT Alexx

Silomais:

Früh- und Mittelfrüh (bis 300): Atlantico, Artego (NEU), KWS Monumento (EU), LG31271 (EU), RGT Paxxifone (EU), SY Colloseum, MAS 250.F (EU)

Mittel- und spät (310 bis 400): Foxway, Serafino (EU), Honoreen (EU), P9610, P9967 (EU)

Sehr spät (ab 410): Indem 1012-BRV1012D, DKC5148-Astronauto, KWS Inteligens (EU), P0725 (EU), RGT Alexx, SY Solandri