Bei der „Ackerdemie“-Webinarreihe der Saatbau Linz drehte sich Mitte Dezember alles um die laufende Planung der Maissaison 2026. Ein Schwerpunkt der Vorträge betraf die veränderten Rahmenbedingungen durch den Klimawandel.
Während die nutzbare Temperatur, die sogenannte Wärmesumme, im 30-jährigen Durchschnitt 1.690 Grad Celsius beträgt, lag diese in den Jahren 2022 bis 2025 stets über 2.000 Grad Celsius. „Rein rechnerisch könnte man bei der Sortenwahl daher um über 100 FAO-Einheiten nach oben gehen“, erklärten die Experten deshalb in puncto Sortenwahl. Wichtig sei in der Frage allerdings, stets auf die regionalen Gegebenheiten zu achten. Es gäbe nur wenige Sorten die „überall funktionieren“, der Schritt zur höheren Reifezahl verlängert bekanntlich auch die Abreife des Maises.
Die Saatbau Linz führt – wie andere Züchter auch – parallel zur Sortenwertprüfung der AGES eigene Praxisversuche durch. Die daraus hervorgegangenen Erträge nach Reifegruppen und Regionen wurden im Webinar präsentiert.
Etwa 500 Kilogramm Mehrertrag pro Hektar
Demnach wurden in den zwei vergangenen Erntejahren im Osten Österreichs in der späten Reifegruppe (360 bis 400) im Mittel 10,8 Tonnen je Hektar bei 21 Prozent Feuchte geerntet. Jenseits der 400er-Marke betrug der Ertrag durchschnittlich 11,4 Tonnen bei 22,6 Prozent Feuchte. Im zweijährigen Vergleich schnitten sehr späte Sorten somit um gut 580 Kilogramm je Hektar besser ab. Selbiges gilt für die Region Süd, zu der die Saatbau Linz die steirischen Maisregionen, das südliche Burgenland und Unterkärnten zählt. Dort betrug das Ertragsplus rund 500 Kilogramm. In der Region West fasst das Unternehmen Teile des Westbahngebietes, Oberösterreich insgesamt, die Obersteiermark und alle übrigen westlichen Bundesländer zusammen. Dort brachte 2024 und 2025 ein Wechsel von der mittelspäten (310 bis 350) auf die späte Reifegruppe rund 600 Kilogramm Mehrertrag pro Hektar bei einem Anstieg der Erntefeuchte um knapp 1 Prozent auf 27 Prozent.
Bei den derzeitigen Trocknungskosten braucht man für ein Prozent Feuchte drei Prozent Mehrertrag.
Experten zum Thema
"Bei den derzeitigen Trocknungskosten braucht man für ein Prozent Feuchte in der Trocknung, drei Prozent Mehrertrag“, wurde von den Experten diesbezüglich angemerkt. Nicht außer Acht zu lassen sei hier die Wärmesummenzunahme im Herbst. „In den letzten Jahren hatten wir 30 Prozent mehr nutzbare Wärme im September und Oktober.“ Im trockenen Jahr 2023 habe der Mais im stehenden Bestand nach Erreichen der physiologischen Reife so mehr als 10 Prozent Restfeuchte verloren. Den Fachleuten zufolge gelte es hier das unterschiedliche Trocknungsverhalten von Zahnmais und den in niedrigen Reifegruppen verbreiteten Hartmais zu beachten. Bei Letzterem hat das Korn im Verhältnis zum Volumen weniger Oberfläche und trocknet entsprechend langsamer ab.
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Ausreichende Bodentemperaturen zur Saat sind das A und O.
Knackpunkt Frühling
Ein Wermutstropfen beim Sturm auf höheren Reifezahlen ist den Referenten zufolge das Frühjahr. Im April habe sich die Wärmesumme in Österreich im 30-jährigen Vergleich kaum verschoben. Durch geringere Niederschläge sei der Anbau zwar möglich, die benötigte Bodentemperatur zur Keimung werde aber nicht erreicht. Der Grundsatz bleibt also weiterhin bestehen: Zuwarten, bis ausreichende Temperaturen erreicht werden. Für Regionen wo sich späte und sehr späte Maissorten dann nicht mehr ausgehen, schafft laut Saatbau die Züchtung Abhilfe. Teilweise würden obengenannte Ertragssteigerungen auch bereits mit Neuzüchtungen in den unteren Reifegruppen erreicht.
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