Jetzt ist die Zeit der intensiven Waldarbeit. Eine körperlich anstrengende, aber schöne Tätigkeit, die einen positiven Beitrag zum land- und forstwirtschaftlichen Einkommen leistet. Dass es sich dabei um eine der risikoreichsten Arbeiten handelt, muss man sicher aber immer wieder bewusst machen.
Jeder hat selbst schon gefährliche Situationen erlebt. Wenn man Verletzte persönlich kennt, machen einen die Unfallfolgen besonders betroffen. Die Anzahl der Forstunfälle ist in den vergangenen Jahren durch das Tragen einer vollständigen persönlichen Schutzausrüstung und durch neue, verbesserte Arbeitstechniken um drei Viertel gesunken. Dennoch führen Forstunfälle nach wie vor zu schweren Verletzungen oder enden tödlich. Ein Großteil dieser schweren Unfälle kann verhindert werden, wenn die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen beachtet und eingehalten werden.
Arbeit vorbereiten, Bäume genau beurteilen
Ohne einer bewussten und umfassenden Beurteilung der Umgebung und des zu fällenden Baumes darf die Fällung nicht beginnen. Viele Unfälle passieren, weil der Baum falsch eingeschätzt wurde. Krone und Stammverlauf zeigen, ob Gefahren durch tote, abgebrochene oder dürre Äste drohen und welche Spannungsverhältnisse zu erwarten sind. Am Stammfuß können eventuelle Faulstellen bzw. sonstige wichtige Hinweise zum Gesundheitszustand des Baumes erkannt werden. Nach dem Festlegen der Fällrichtung wird beurteilt, ob Gefahren durch ein Zurückfedern oder Mitreißen von anderen Bäumen bestehen. Nur eine saubere und freigeräumte Rückweiche ermöglicht ein rasches und sicheres Verlassen des Gefahrenbereichs unterhalb der Krone.
Waldarbeit immer zu zwei
Waldarbeit ist Teamarbeit. Durch einen gegenseitigen Sicherheitscheck, bei dem überprüft wird, ob die richtige und gut sichtbare Schutzausrüstung getragen wird, übernehmen wir Verantwortung für die Mitarbeitenden, die oft auch unsere eigenen Familienmitglieder sind. Eine zweite Person mit einem griffbereiten Handy kann im Notfall rasch die Rettungskette einleiten. Sofortige Erste-Hilfe-Maßnahmen können Leben retten.
Unterstützung durch Profis
Die Hauptursache für schwere und tödliche Forstunfälle ist, dass sich Personen während der Fällung im Gefahrenbereich aufhalten. Auch im Schwenkbereich der Motorsäge darf sich keine zweite Person befinden. Bei der Fällung selbst ist ein Sicherheitsabstand von mindestens der eineinhalbfachen Baumlänge des zu fällenden Baumes einzuhalten. Nur in Ausnahmefällen ist eine zweite Person beim Keilen zulässig.
Beim Zuzug von Blochen mit der Seilwinde ist ebenfalls ein Sicherheitsabstand von der eineinhalbfachen Blochlänge (6–8 m) einzuhalten. Ein Mitgehen mit der Funksteuerung unmittelbar neben dem Bloch ist nicht erlaubt, da dies äußerst gefährlich ist. Beim Einsatz von Umlenkrollen ist zudem der Gefahrenbereich im Seilwinkel zu beachten.
Beinahe-Unfälle ernst nehmen
Jeder kennt Situationen, in denen man „Glück“ hatte und einer Gefahr gerade noch ausweichen konnte. Solche Beinahe-Unfälle müssen ernst genommen werden. Sie sind der beste Anlass, um daraus zu lernen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Nur so lassen sich ähnliche Situationen verhindern, in denen man sich auf sein Glück verlassen muss. Denn das Wichtigste bei der Forstarbeit ist und bleibt, dass alle am Abend wieder gesund nach Hause zu ihren Familien zurückkehren.
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